Wie eine denkmalgeschützte Transformatorenhalle mit warmem Gastronomielicht, leuchtenden Containerlinien und einem eigens entworfenen Kronleuchter zum vielschichtigen Begegnungsort wurde.
Die ehemalige Transformatorenhalle des ewz-Unterwerks Selnau sollte für den Impact Hub Zürich zu einem offenen Ort für Arbeit, Gastronomie und Veranstaltungen werden. Restaurant und Bar, ein Basecamp aus gestapelten Schiffscontainern, eine grosse Eventhalle sowie Nebenräume im Untergeschoss mussten in einem einzigen, denkmalgeschützten Industrievolumen zusammenfinden.
Die vorhandene Halle war roh, monumental und geprägt von Beton, Stahl, Kranbahn und enormen Raumhöhen. Das Licht durfte diese Substanz nicht überdecken. Gleichzeitig brauchten die sehr unterschiedlichen Nutzungen jeweils eine eigene Atmosphäre – innerhalb eines begrenzten Budgets und mit möglichst reversiblen Eingriffen.

Für Gastronomie und Bar entstand ein tiefes, warmes Licht mit vielen abgeschirmten Lichtpunkten. Pendel-, Wand-, Steh- und Tischleuchten schaffen Nähe; hinter der Bar strukturieren lineare Lichtakzente den Betrieb. Das Basecamp verlangt dagegen aktiveres Licht für konzentriertes Arbeiten und Besprechungen. Leuchtende Linien in und an den Containern machen die gestapelten Arbeitsräume als eigene Architektur lesbar.
In der Eventhalle musste das Licht maximal flexibel bleiben: Grundbeleuchtung, Bühnen- und Partylicht sowie ein grosser Kronleuchter bilden getrennte, kombinierbare Ebenen. So erhielt jeder Bereich einen klaren Charakter, ohne dass der Zusammenhang der Halle verloren ging.



Statt die industrielle Vergangenheit zu glätten, wurde sie zum Ausgangspunkt der Gestaltung. Vintage-Leuchten aus Dänemark, sichtbare Leitungen und robuste, teilweise eigens entwickelte Leuchten treffen auf den bestehenden Beton und Stahl. Der grosse Kronleuchter der Eventhalle wurde als räumliches Zeichen entworfen und von einem spezialisierten Leuchtenbauer in Deutschland umgesetzt.
Auch in den Nebenräumen entstand Identität mit einfachen Mitteln: gruppierte Fluoreszenzleuchten mit farbigen Filtern bringen kräftige Akzente in die grauen Korridore und Treppenräume. Die Lösung ist direkt, kosteneffizient und respektiert den rauen Charakter des Bestands.



Der Lichtentwurf wurde für Gastronomie, Bar, Basecamp, Eventhalle und Nebenräume in Plänen, Skizzen, Leuchtenauswahl und Sonderlösungen konkretisiert. Roger Bless führte die kreative Lichtgestaltung, kuratierte die Leuchten und begleitete die Umsetzung bis in die gebauten Details.
Entscheidend war das Zusammenspiel von Denkmalschutz, flexibler Nutzung und Atmosphäre. Die Beleuchtung funktioniert nicht als gleichförmige Grundhelligkeit, sondern als System aus Lichtinseln, Linien, Akzenten und szenischen Ebenen. So wurde aus der ehemaligen Industriehalle ein urbaner Begegnungsort, der seine Geschichte sichtbar behält.


Der Lichtmoment
Der Lichtmoment entstand, als der eigens entworfene Kronleuchter in der Eventhalle erstmals leuchtete. Die frei abgehängten Filamentlampen gaben dem gewaltigen Hallenvolumen einen menschlichen Massstab. Aus der rauen Industriehalle wurde kein verkleideter Eventraum, sondern ein Ort, an dem Bestand, Licht und Nutzung sichtbar miteinander arbeiten.
Erkenntnisse aus diesem Projekt
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